Mitgliederversammlung am 3. März 2018, am Tag des Mädchenfestes "Hinamatsuri"

Fotos: Dr. Heike Lüder-Schirmer

Was ist Hinamatsuri? Erkläuterung von Ayako Graefe

Hinamatsuri - das Fest wird mit Puppen- oder Mädchenfest übersetzt - wird auch "Momo-no-Sekku" (Pfirsichblüten-Fest) genannt, weil um die Zeit überall in Japan Pfirsichbäume blühen. Hinamatsuri ist ein japanischer Festtag (aber kein Nationalfeiertag), der jedes Jahr am 3. März gefeiert wird.  In der Zeit vor diesem Tag stellt man in den Familien auf abgestuften, mit rotem Tuch überzogenen Plattformen einen Satz von Puppen in der traditionellen Kleidung des kaiserlichen Hofes der Heian-Periode (794 - 1192) auf, und zwar meist von Mitte Februar bis zum 3. März, dem Tag des eigentlichen Festes. Die Puppen stellen ursprünglich eine kaiserliche Hochzeitsszene dar.

Die Puppen sind traditionellerweise auf einem fünfstufigen Podest aufgestellt, mit dem Kaiser (Odairi-sama) und der Kaiserin (Ohina-sama) auf der obersten Stufe, drei Hofdamen (Sannin Kanjo) auf der zweiten und fünf kaiserlichen Musikern (Gonin Bayashi) auf der dritten Stufe. Auf der vierten Stufe sitzen zwei Minister rechts (Udaijin) und links  (Sadaijin) von Tabletts mit Speisen, auf der fünften Stufe sitzen kaiserliche Wachen (Shichou) eingerahmt vor einem Orangenbaum (Tachibana) auf der linken und einem japanischen Kirschbaum (Sakura) auf der rechten Seite. Fünfstufige Puppentribünen sind typisch, aber heute stellen die meisten Familien nur Kaiser und Kaiserin dar. Besonders große Puppentribünen haben sieben Stufen: Auf der 6. Stufen werden Miniaturmöbel, z.B. Schrank, Kosmetiktisch,  Nähkasten etc. (sogenannte Aussteuer), und auf der 7. Stufe Lackwagen ("Goshoguruma" Ursprung vom „Blumenwagen"), Lack-Palaquin ("Kago") etc. in Miniaturform aufgestellt. 

Japanische Familien wünschen ihren heranwachsenden Töchtern beim Puppenfest Gesundheit und Glück, vor allem Glück bei der Partnerwahl. Man sagt, wenn die Puppen zu spät weggeräumt werden, ("Katazukeru" heißt wegräumen), wird ein Mädchen entsprechend spät heiraten ("Katazukeru" heißt auch "unter die Haube bringen") 

In bestimmten Gegenden werden Puppen aus Papier gebastelt. Danach setzen die Familien sie in kleinen Flößen aus Stroh in den Fluß. Dieses Fest nennt man "Hina-Nagashi" (Puppen treiben lassen) und das soll die bösen Geister vertreiben.

Das für Hinamatsuri übliche Getränk ist "Amazake", ein süßes, sehr schwach alkoholhaltiges Getränk. Gegessen werden traditionelle Kekse und Kuchen sowie Sushi, die je nach bestimmten Provinzen unterschiedlich zubereitet werden.

Puppentreppe zum Mädchenfest "Hinamatsuri"

"Hinamatsuri" Puppen

"Hinamatsuri" Chor

Hinamatsuri Kinderlied.pdf
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Ankleiden eines Mädchens zu "Hinamatsuri"

"Hinamatsuri" Buffet von unseren japanischen Mitgliedern